Selbst ein Auto zu lenken - der Traum erfüllte sich

Selbst ein Auto zu lenken - der Traum erfüllte sich

Unter dem Motto „Unmögliches wird möglich“ veranstaltete der Blinden- und Sehbehindertenverband Salzburg (BSVS) für seine Mitglieder eine Besonderheit.
Sie konnten trotz Blindheit und starker Sehbehinderung selbst ein Auto lenken. „Es ging für viele ein langgehegter Traum in Erfüllung“, so Josef Schinwald, Obmann des BSVS. Neben dem Spaß kam auch die Sicherheitstechnik nicht zu kurz. „Für Blinde ist es schwer einzuschätzen, wie lange ein Auto zum Bremsen braucht. Jetzt hatten wir die Chance, das einmal selbst zu erleben“, erzählte Schinwald. Herzliches Dankeschön: ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum Saalfelden/Brandlhof, den Fahrtechnik Instruktoren Johann Cantonati und Werner Hubinka, den Fahrschulen Wimmer und Foaschui. Sie alle machten den 12.3.2017 zu einem unvergesslichen Tag.
Einmal Lenkrad, Pedale, Schaltung selbst zu bedienen. Ein Auto selbst zu lenken. Die Geschwindigkeit selbst zu beeinflussen. Zu bremsen und dabei die Kräfte selbst zu spüren. Das ist der Traum vieler blinder und seheingeschränkter Menschen. So hatten einige von ihnen den 12.3.2017 schon lange im Kalender eingetragen. Da machte sich eine Gruppe vom Blindenverband auf nach Saalfelden ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum Saalfelden/Brandlhof.

ÖAMTC und Partner machten es möglich

Manfred Pfeiffenberger, Leiter des Fahrtechnik Zentrums: „Als die Anfrage kam, war sofort klar, wir unterstützen die Aktion. Nirgendwo sonst als im geschützten Bereich unseres Geländes wäre so etwas möglich. In Salzburg hat es so eine Aktion bis dato noch nicht gegeben.“ Die beiden erfahrenen ÖAMTC Fahrtechnik Instruktoren Johann Cantonati und Werner Hubinka leiteten als Beifahrer die blinden Autofahrer an. Gefahren wurde mit Fahrschulautos, die die Fahrschulen Wimmer und Neumayr zur Verfügung stellten. „Ein wichtiger Aspekt ist der Perspektivenwechsel: Wenn Blinde erstmals im wahrsten Sinn des Wortes „erfahren“, wie ein Auto beim Gas geben und Bremsen reagiert, so kann das im Alltag ganz wesentlich zu mehr Verkehrssicherheit beitragen“, ist Aloisia Gurtner vom ÖAMTC Salzburg überzeugt.
Nach einer kurzen Einführung am und im Auto ging es schon auf den Parcours zur ersten Aufwärmrunde. Danach konnte jeder Teilnehmer ein bis zwei Runden auf der Fahrtechnik-Piste fahren und Notbremsmanöver machen. Voneinander zu lernen, zu wissen wie Autos funktionieren und welche Reaktionsgeschwindigkeit notwendig ist, das waren nur einige der Aha-Erlebnisse an diesem Tag, der mit Hilfe von vielen ehrenamtlichen Unterstützern so erfolgreich wurde.